Faktenbasis

Cannabis und Alkohol — Gesundheitsrisiken im Vergleich

Beide Substanzen wirken psychoaktiv und beide haben Risiken. Der Vergleich ist nicht trivial, aber wissenschaftlich gut dokumentiert.

Wichtig. "Geringeres Risiko" heißt nicht "kein Risiko". Cannabis ist nicht harmlos — gerade für Jugendliche, Schwangere und Menschen mit Vorerkrankungen.

Suchtpotenzial

Nach WHO-Daten entwickelt etwa jeder zehnte Cannabis-Konsumierende eine Abhängigkeit. Bei Alkohol liegt diese Quote bei rund 15 %. Die körperliche Entzugssymptomatik ist bei Alkohol deutlich schwerer und kann lebensbedrohlich sein (Delir); bei Cannabis bleibt sie meist auf Schlafstörungen, Reizbarkeit und Appetitlosigkeit beschränkt.

Akute Toxizität

Eine tödliche Überdosis durch THC allein ist beim Menschen praktisch nicht dokumentiert. Akuter Alkoholmissbrauch hingegen führt jährlich allein in Deutschland zu mehreren Tausend Todesfällen direkt oder indirekt. Das bedeutet nicht, dass Cannabis-Vergiftungen ungefährlich sind — Edibles können starke psychische Akutreaktionen auslösen, insbesondere bei Naive-Konsumenten.

Langzeitschäden

  • Alkohol ist klar mit Leberschäden, mehreren Krebsarten, Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Pankreatitis und Demenzrisiko verknüpft.
  • Cannabis wird mit Atemwegsbelastung (bei Raucherform) und mit erhöhtem Risiko für Psychosen — vor allem bei prädisponierten Personen und früh beginnenden Konsumenten — in Verbindung gebracht.

Soziale Folgen

Alkohol ist in Studien zu Gewaltdelikten, Verkehrstoten und sozialen Schäden konsistent als die Substanz mit dem größten gesellschaftlichen Schaden in westlichen Ländern eingestuft (vgl. Nutt et al., Lancet 2010). Cannabis liegt in solchen Rankings deutlich darunter, ist aber nicht neutral — Fahruntüchtigkeit, Schulleistungseinbußen und Konflikte im Umfeld kommen vor.

Risikogruppen

Besondere Vorsicht ist geboten bei:

  • Jugendlichen und jungen Erwachsenen — das Gehirn entwickelt sich bis Mitte 20.
  • Schwangeren und Stillenden.
  • Menschen mit Vor- oder Familiengeschichte psychotischer Erkrankungen.
  • Personen mit Herz-Kreislauf-Erkrankungen.

Quellen

  • WHO · Cannabis Fact Sheets
  • BZgA · Drogenaffinität Jugendlicher
  • Lancet · Drug Harm Score (Nutt et al., 2010)
  • RKI · Gesundheitsberichterstattung

Verantwortungsvoll konsumieren heißt: rechnen, bevor man fährt

Schätze deine THC-Konzentration und plane nüchtern.

Zum THC-Rechner